Extrait de Parfum: was die Konzentration wirklich bedeutet (EdT, EdP, Extrait)
Die Angaben auf dem Flakon sind keine Norm, sondern eine Konvention. Es gibt in der EU keine gesetzliche Vorschrift, ab wie viel Prozent Duftöl ein Produkt »Eau de Parfum« heißen darf. Die Hersteller halten sich an übliche Bandbreiten, aber ein Eau de Parfum der einen Marke kann konzentrierter sein als das Extrait der anderen. Deshalb lohnt es sich zu verstehen, was die Konzentration tatsächlich verändert — und was nicht.
Die Konzentrationsleiter · Was sich wirklich ändert · Wie lange hält Parfum? · Richtig auftragen · Richtig lagern · Häufige Fragen
Die Konzentrationsleiter
| Bezeichnung | Üblicher Duftölanteil | Typische Haftung | Wofür gemacht |
|---|---|---|---|
| Eau de CologneEdC | 2–5 % | 1–2 Stunden | Erfrischung, großzügiges Auftragen im Sommer |
| Eau de ToiletteEdT | 5–15 % | 2–4 Stunden | Alltag, Büro, warme Monate |
| Eau de ParfumEdP | 15–20 % | 4–7 Stunden | Der heutige Standard für die meisten Düfte |
| Extrait de Parfumauch Parfum oder Parfum Extrait | 20–40 %, teils darüber | 6–12 Stunden | Abend, kalte Monate, sparsames Auftragen |
Was die Konzentration wirklich ändert — und was nicht
Der häufigste Irrtum: mehr Duftöl heißt »riecht stärker«. Das stimmt nur zum Teil.
- Ändert sich: die Haltbarkeit. Mehr Duftöl bedeutet mehr Substanz auf der Haut, die verdunsten muss. Das ist der klarste und verlässlichste Unterschied.
- Ändert sich: der Charakter. Höher konzentrierte Versionen betonen die Basisnoten stärker. Ein EdT derselben Marke wirkt oft frischer und spritziger, das Extrait wärmer und tiefer — es ist nicht dasselbe Parfum, nur lauter.
- Ändert sich kaum: die Reichweite. Wie weit ein Duft trägt, hängt mehr von den verwendeten Molekülen ab als von der Konzentration. Manche EdT projizieren durch den ganzen Raum, manche Extraits bleiben hautnah.
- Ändert sich nicht: die Qualität. Ein schlecht komponierter Duft wird durch mehr Duftöl nicht besser, sondern nur länger schlecht.
Wie lange hält Parfum auf der Haut?
Die Bandbreiten oben sind Richtwerte. Wie lange ein Duft bei dir tatsächlich hält, entscheiden vier Faktoren:
- Hauttyp. Fettige Haut hält Duft deutlich länger als trockene — Duftmoleküle binden an Hautfett. Wer trockene Haut hat, verliert einen Duft schneller, egal welche Konzentration.
- Duftfamilie. Zitrus- und Aquanoten sind leichtflüchtig und nach zwei Stunden weg, auch als Extrait. Harze, Hölzer, Vanille und Oud halten von Natur aus lange.
- Temperatur. Wärme beschleunigt die Verdunstung. Derselbe Duft hält im Winter länger als im Hochsommer — wirkt dafür im Sommer intensiver.
- Auftragsort. Auf Kleidung und Haaren hält ein Duft ein Vielfaches länger als auf der Haut.
Parfum richtig auftragen
- Auf gepflegte Haut. Eine unparfümierte Bodylotion vor dem Sprühen verlängert die Haftung spürbar — sie gibt den Duftmolekülen etwas zum Anbinden.
- Nicht verreiben. Das Aneinanderreiben der Handgelenke zerstört die Kopfnoten durch Reibungswärme. Aufsprühen, trocknen lassen, fertig.
- Warme Stellen wählen. Hals, hinter den Ohren, Innenseite der Ellenbogen — dort ist die Haut wärmer, der Duft entfaltet sich besser.
- Abstand halten. 15 bis 20 Zentimeter, damit sich der Sprühnebel verteilt statt einen nassen Fleck zu bilden.
- Weniger bei höherer Konzentration. Beim Extrait reichen ein bis zwei Sprühstöße. Was beim EdT selbstverständlich ist, wird beim Extrait schnell zu viel.
Richtig lagern — der unterschätzte Punkt
Ein ungeöffnetes Parfum ist mehrere Jahre haltbar, ein geöffnetes typischerweise drei bis fünf. Was es tatsächlich verdirbt, sind drei Dinge:
- Licht. UV-Strahlung zersetzt Duftmoleküle. Das Fensterbrett ist der schlechteste Ort im Haus.
- Temperaturschwankungen. Das Badezimmer ist der zweitschlechteste — heiß beim Duschen, kalt danach.
- Sauerstoff. Ein halbleerer Flakon altert schneller als ein voller. Wer viele Düfte besitzt, sollte lieber kleine Größen kaufen als große, die jahrelang stehen.
Am besten: im Karton, im Schlafzimmerschrank, aufrecht, bei Zimmertemperatur.

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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Eau de Parfum und Eau de Toilette?
Vor allem der Duftölanteil: EdT liegt üblicherweise bei 5–15 %, EdP bei 15–20 %. Das EdP hält länger und betont die Basisnoten stärker; das EdT wirkt frischer. Es sind selten identische Düfte in unterschiedlicher Stärke, sondern eigene Abmischungen.
Was bedeutet Extrait de Parfum?
Die höchste übliche Konzentrationsstufe, typischerweise 20–40 % Duftöl und teils darüber. Auf dem Flakon steht manchmal nur »Parfum« oder »Parfum Extrait« — gemeint ist dasselbe.
Ist Extrait de Parfum immer besser?
Nein. Es hält länger und wirkt tiefer, ist aber für heiße Tage oder das Büro oft zu viel. Und die Konzentration sagt nichts über die Qualität der Komposition aus.
Wie lange hält Parfum?
Auf der Haut je nach Konzentration und Duftfamilie 1 bis 12 Stunden. Im Flakon ungeöffnet mehrere Jahre, geöffnet typischerweise drei bis fünf — vorausgesetzt, es steht dunkel und temperaturstabil.
Warum riecht dasselbe Parfum bei anderen anders?
Hauttyp, Hauttemperatur, pH-Wert und sogar Ernährung verändern, wie sich ein Duft entfaltet. Das ist der Hauptgrund, warum man einen Duft tragen sollte, bevor man einen Flakon kauft.
Wie viele Sprühstöße sind richtig?
Beim Eau de Toilette drei bis vier, beim Eau de Parfum zwei bis drei, beim Extrait ein bis zwei. Faustregel: Wenn du deinen eigenen Duft nach zwanzig Minuten noch deutlich riechst, war es zu viel — die Nase gewöhnt sich sonst schnell.
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